Mo

25

Mai

2015

Chinesische Investoren – Fluch oder Segen?

Der chinesische Geschäftsführer Dalong W. sieht mit Stolz aus dem Bürofenster auf das Firmengelände in Baden Württemberg. Die Firma brummt wie noch nie. Die Umsätze steigen, der Gewinn sowieso.

Wie mühsam war es den Europäern klar zu machen, „die Chinesen“ wollen das erworbene deutsche Unternehmen nicht ausplündern und zusperren, sondern kaufen, ausbauen und neue Märkte erschließen.

Fakten

Nicht nur der US-Starinvestor Warren Buffett geht in Europa auf Einkaufstour! Chinas Auslandsinvestitionen heben ab! China erwirbt bessere Technologien und etabliert weltweite Vertriebsnetze für seine Produkte. Geld ist für China kein Thema.

Historie

Anfangs war Sicherstellung der Rohstoffe das Ziel. Der Erwerb von Technologie und Markennamen war die nächste Zielsetzung. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, erwerben chinesische Hersteller immer mehr Technologie und Markennamen.


Der Aufbau von Absatzmärkten in neuen Märkten war der nächste Schritt. Um dem intensiven Wettbewerb auf dem heimischen Markt zu entkommen, schaffen chinesische  Unternehmen im Ausland Vertriebszentren oder errichten Fabriken.


Waren es anfangs Investitionen durch Staatsbetriebe, so investierten nach der Freigabe vermehrt private Unternehmen im Ausland.

Zielmärkte

Chinesische Direktinvestitionen in EU
Chinesische Direktinvestitionen in EU

Zielmärkte waren anfangs Asien, Afrika und die USA, anschließend Europa.

Bei Betrachtung der Jahre 2010 bis 2014 lässt sich erkennen, UK ist mit Abstand der Gewinner bei chinesischen Investitionen. Die Engländer investieren enorm in Marketing. Frankreich hat in den letzten Jahren am meisten von Investitionen aus China in die Automobil-Industrie gewonnen. Chinesische Investitionen interessieren sich in Deutschland am meisten für Technologie und Produktion. Österreich liegt mit einer fallenden Tendenz weit abgeschlagen im 2stelligen Millionen-Bereich.

Marktsegmente

Die höchsten chinesischen Investitionen 2014 erfolgten in die Landwirtschaft Europas. Da die innerchinesische Nahrungsmittelversorgung nicht mehr ausreicht, werden zusätzlich zu Lebensmitteln Lebensmittelproduzenten in Europa gekauft.


Investitionen in Energie in Europa zahlen sich für China aus. Sie stehen an 2. Stelle. Die europäische Immobilien-Industrie ist durch Chinesen befeuert.


Am Anfang war das Automobil! Das galt lange Zeit für Europa. Heute verdienen die europäischen Automobil-Produzenten nur mehr in China wirklich Geld!


Chinesische Investitionen im Finanzbereich wurden anfangs von institutionellen Anlegern getätigt. Die größten Umsätze werden in UK, Deutschland und Luxemburg durchgeführt, sowohl außer- als auch innerbörslich.

Wer sind die chinesischen Investoren?

Am Anfang war das Restaurant! Chinesische Auswanderer, hauptsächlich aus den südlichen Provinzen Chinas, wanderten aus bitterster Not nach Europa aus. Kochen konnten alle. So sprossen chinesische Restaurants wie Pilze aus dem Boden. 


Die in China gebliebenen Chinesen wurden reicher. Was lag näher, als in Europa zu investieren.

Was wollen chinesische Investoren? Was bekommen sie?

Marktzugang – Technologie – Geld verdienen

 

Chinesische Unternehmen wollen ihre Marktanteile erweitern. Europa steht im Blickpunkt auf strategische Marktsegmente ganz oben. Chinesische Unternehmer denken in Jahrzehnte, nicht in Quartalsergebnisse. Zeit ist Geld! Gegenüber Neugründungen ersparen sich chinesische Investoren Zeit.

Geld ist in China im Überfluss vorhanden. Damit werden Unternehmen mit (Hoch-) Technologie vermehrt gekauft. Chinesische Investoren bekommen dafür Unternehmen, die begehrte Technologie nach China bringen. Mitarbeiter dieser Firmen unterstützen die chinesische Seite in Einführung und Wartung.


Die Intention Geld zu verdienen sollte immer bedacht werden. Ausschließlich Unternehmen mit Potential können an Chinesen verkauft werden. Ladenhüter sind passe!

Was wollen europäische Unternehmen? Was bekommen sie?

Geld – Marktzugang in China


Für viele Klein- und Mittelbetriebe Europas ist Geld Mangelware. Chinesen haben es. Was liegt näher als europäische Unternehmen und chinesische Investoren zusammen zu bringen? Es scheitert immer an den kulturellen Differenzen. Die Jahre in China zeigten mir, viele europäische Unternehmen gehen ohne kompetenten Rat und Unterstützung vor Ort an chinesische Investoren heran. Das Resümee heißt Zeit und Geld vergeudet.

Fluch oder Segen?

Für europäische Unternehmen können sich chinesische Investitionen als prosperierende Zukunft erweisen. Chinesische Unternehmen expandieren nach Europa, meistens durch den Kauf von bestehenden Unternehmen.


Chinesische Investoren kennen den chinesischen Markt. Europäische Unternehmen bekommen dadurch Zugang zum chinesischen Markt.


Beide Seiten kennen ihren jeweiligen Markt. Nun müssen diese zwei Märkte und Kulturen nur mehr verbunden werden. Dazu müssen sich europäische Unternehmen qualifizierter europäischer Berater bedienen, die in China permanent Kontakt mit potentiellen chinesischen Investoren pflegen und den chinesischen und den europäischen Markt kennen.


Es liegt einzig und alleine in der Hand europäischer Unternehmen, chinesische Investitionen zu einem Segen werden zu lassen.

Autor:

Michael M. Oeschlmüller

Gründer und CEO von OE-International Corp., Beijing, VR China (www.oe-international.cn www.oe-international.at)

Beirat Austrian Chinese Business Association

 

Die Vollversion des Beitrags erschien im ACBA-Jahresbericht 2014 (siehe Dowloads)

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