Mo

01

Feb

2016

Chinas Metal Eco City: Wie ganze Industrien transformiert werden

Was möglich ist, wenn 700 Unternehmen entdecken, dass ihre Industrie über 1.000 Jahre Geschichte hat, die in der traditionellen Form bloß laue Perspektiven zeigt, können Chinesen und Europäer derzeit in Jieyang beobachten. Dort wurde 2012 die Metal Eco City mit einer Startinvestition von 100 Mio. Euro gegründet und reicht auch schon Europa die kooperative Hand. Wie diese strategisch schlaue Initiative mit dermaßen hohem Schwung gelingt, ist einen genauen Blick wert:

Jieyang gilt durch seine historische industrielle Ausrichtung als Zentrum der Metallindustrie Chinas. Aufgrund seiner günstigen Verkehrsanbindung zwischen Guangdong und Fujian mit Flughafen, Autobahnen und dem nahen Hafen siedelten sich ca. 7.600 Metallunternehmen  mit 400.000 Fachkräften dort an. Über die letzten Jahrzehnte erweiterte sich zwar das Produktportfolio Richtung Maschinenbau, doch wurde den ortsansäßigen Unternehmern (denen in China ein manifester und gesunder Unternehmersinn zugeschrieben wird) klar, dass der Wirtschaftsstrategie eines modernen Chinas in der historischen Struktur nicht mehr gefolgt werden könne. Die Zielsetzungen „Umwelttechnologien, Energieeffizienz und High Tech“ konnten definitiv nicht von örtlich und fachlich zufällig gestreuten Kleinunternehmern bedient werden. 

700 Metallunternehmer aus der Region haben sich daher 2012 zu einem Verband zusammengeschlossen und gemeinsam einen Investmentfonds aufgelegt. Die politische Führung der Stadt Jieyang, die ca. 8 Mio. Einwohner beheimatet, hat parallel ein Entwicklungskonzept ausgearbeitet. Gemeinsam stellen sich diese Firmen den Herausforderungen der Zukunft und treiben die Transformation der traditionellen Industrie voran. Im Mittelpunkt dieses Modernisierungsprozesses steht die Metal Eco City (MEC) – ein innovativer Industriepark, der von chinesischen und deutschen mittelständischen Unternehmern gemeinsam entwickelt wurde. Die MEC ist das erste industrielle Großansiedlungsprojekt Chinas, das von chinesischen Unternehmern initiiert und von Partei und Regierung in Peking unterstützt wird. Die MEC befindet sich im Norden der Millionenstadt Jieyang, inmitten der südlichen Provinz Guangdong - nur eine Flugstunde von Hongkong entfernt – und erstreckt sich über eine Fläche von 25 Quadratkilometer. Das Investitionsvolumen beträgt mehr als 21 Milliarden Euro. Bis 2020 soll die MEC rund 100.000 Menschen Arbeit bieten. Der Grund, warum China sich an Deutschland gewendet hat, liegt einerseits in der industriellen Kapazität Deutschlands, und andererseits natürlich am ausgesprochen positiven Image der „tugendhaften“ Nation: Qualität, Innovation, Perfektion machen Deutschland zur Vorreiternation in operativer Exzellenz, die China sehr gerne mit ins Projekt geholt hat. 

 

In der MEC kooperieren chinesische Familienunternehmen mit kleinen und mittelständischen Unternehmen aus ganz Europa. Damit wendet sich der Cluster auch explizit an Österreich. Damit win-win für beide Seiten möglich wird, hat China es gelernt, aus Lektionen von IP, Lohnkosten, Verlässlichkeit und anderen kritischen Faktoren, neue Rahmenbedingungen für Investoren aus Europa zu schaffen:

  • Offenheit für KMUs aus den Bereichen Green, Metal und High Technologies aus ganz Europa
  • Flexible und transparente Gestaltung der Kooperation: Entwicklungs-, Produktions- oder Vermarktungspartnerschaften
  • Gut ausgebildete Talente vor Ort für Forschung, Entwicklung aber auch zur Fertigung
  • Rascher Aufbau der Produktionskapazitäten durch hohe Liquidität und Förderungsvolumen
  • Kostenoptimierung durch logistisch und technologische optimierte Anbindungen und Service Center
  • Signifikante staatliche Vergünstigungen und Subventionen
  • Rechtliche und politische Positionierung und Sichtbarkeit auf Top-Niveau

Dadurch wird europäischen KMUs der Schritt nach China strategisch und operativ massiv erleichtert. Während der Markt im Norden Chinas von ausländischen Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten bereits gut erschlossen wurde, bietet der Süden noch großes Potential. Allein in der Provinz Guangdong leben 100 Millionen Menschen und die angrenzende Provinz Fujian ist für Investoren ein bewährtes und lebenswertes Pflaster. Die chinesische Regierung hat im Rahmen der Initiative „Made in China 2025“ für  Zukunftstechnologien in zehn Branchen Förderprogramme aufgelegt, die finanzieller und administrativ den Schritt erleichtern. Diesen Schwung nahm die MEC auf und setzte sie in ihrer Struktur um:

 

In der MEC sind ein Metall-Produktionszentrum, ein Innovationszentrum für Technologie, ein Konferenzzentrum, eine Fachhochschule, ein Hotel für Experten, Wohngebiete, ein E-Commerce-Industriepark, ein Naturpark, ein Zentrum für Ressourcenrecycling und ein Finanzzentrum geplant. Diese Einrichtungen werden in sechs Service-Plattformen organisiert:

  • für den Handel mit Waren und Produkten
  • für Forschung und Entwicklung
  • für Bildung und Lehre
  • für Metallproduktion
  • für Ressourcenrecycling
  • für Finanzierungsmodelle

 

Mensch und Natur, so der Plan, sollen in der MEC im Einklang leben. Das „grüne“ Konzept mit See und Naturpark soll eine hohe Lebensqualität garantieren. Für eine effiziente Vernetzung entstehen 2.500 Appartements und Wohnungen, ein Villenviertel mit mehr als 200 Häusern und ein Fünf-Sterne Hotel mit 455 Zimmern. Neben Freizeiteinrichtungen werden auch internationale Kindergärten und Schulen aufgebaut.

 

Aktuell haben sich mehr als 20 europäische Unternehmen angesiedelt und mit mehr als 50 Unternehmen werden derzeit Kooperationsgespräche geführt. 31 Fabriken mit mehr als 220.000 m² Baufläche standen Anfang 2016 bereits auf dem Areal. Einen aktuellen Blick auf den Fortschritt sehen sie in diesem Überflug (externer Link).

 

ZhongDe MetalGroup GmbH ist die europäische Vertretung der MEC und bietet zahlreiche aktuelle Informationen über die Entwicklung des Clusters (externer Link).

Die ACBA schätzt die MEC und ihre Vertretung in Ihrer Professionalität und Verlässlichkeit sowie strategischen Positionierung als eine sehr gute Gelegenheit für die Verbindung des noch immer massiven chinesischen Marktes mit europäischer Technologie ein. 

 

Für weitere Information und Anfragen und stehen wir Ihnen unter p.buchas@acba.at zur Verfügung.

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