Di

29

Mär

2016

China Digital

Als 2006 die “State Informatization Development Strategy”, die bis 2020 Gültigkeit haben soll, veröffentlicht wurde, war dies der Anstoß zu einem beispiellosen Boom der Digitalisierung in China, die das ganze Land erfassen sollte. Die Informatisierungsstrategie war die Antwort der chinesischen Regierung auf die bereits damals erkannte Notwendigkeit, das Wachstumsmuster des chinesischen Wirtschaftswunders fundamental zu verändern und einem entsprechenden Upgrading des dahinterliegenden Entwicklungskonzeptes zu unterziehen. Rasch entstanden informationsgetriebene Industriecluster in verschiedenen Regionen Chinas, die mit besonderen Anreizen durch die lokalen Regierungen gefördert wurden. Diese Fördermaßnahmen reichen von der Bereitstellung erstklassiger Infrastrukturangebote über die Etablierung äußerst vorteilhafter Steuersysteme bis hin zur Unterstützung bei der Bewerbung durch die Organisation von Messen und Tradeshows.

Der Erfolg dieser staatlich gelenkten Maßnahmen war durchschlagend - China befindet sich in einer digitalen Revolution. 

 

Die Anzahl der chinesischen Internet-Anwender hat sich seit 2008 auf 668 Millionen bei einer gegenwärtigen Penetrationsrate von 49% verdoppelt.   Davon nutzen 594 Millionen das Internet über mobile Geräte. Es gibt 659 Millionen aktive Social Media Anwender. Mit 15% liegt die Steigerungsrate bei aktiven mobilen Anwendern sozialer Medien besonders hoch. Der Konsum digitaler Medien machte 2015 bereits über mehr als die Hälfte der Zeit aus, die Erwachsene in China zum Medienkonsum aufwenden. Der Umsatz im Einzelhandel über das Internet hat im ersten Halbjahr 2015 mehr als 253 Mrd USD betragen – knapp 10% des gesamten Einzelhandels in China. 276 Millionen Chinesen nutzen mobile Zahlungsservices und 270 Millionen kaufen mobil ein. Der Anteil des mobilen Einkaufs (M-commerce) hat 2015 schon die Hälfte des gesamten Konsumenten bezogenen E-commerce in China ausgemacht – ein Anstieg von 85% im Vergleich zu 2014. 

 

2010 befand sich China’s Internet Economy noch bei 3.3% des BIP und lag damit hinter den am weitesten entwickelten Volkswirtschaften. Bereits 2013 aber erreichte das chinesische “iBIP” 4.4% und gelangte damit in die globale Führungsliga. Bis 2025 könnte das Internet der chinesischen BIP-Zuwachsrate 0.3 bis 1.0 Prozentpunkte hinzufügen, was in etwa 4 bis 14 Billionen RMB pro Jahr bedeuten könnte.   Gleichzeitig wird das Internet auch das Wesen des Wachstums verändern und Zuwächse schaffen, welche auf Konsum, Innovation und Produktivitätssteigerung beruhen.

 

War das chinesische Internet bisher noch hauptsächlich auf Konsumenten ausgerichtet, zeichnet sich nun aber eine Veränderung hinsichtlich wachsender Durchdringung der großen Sektoren der Wirtschaft ab.

 

Im ACBA Jahresbericht 2015 bieten wir einen Einblick in die unterschiedlichen Aspekte des digitalen Lebens in China und die Dimensionen, der sich hier in Entwicklung befindlichen Umwälzungen. Wir stellen dabei folgende Bereiche im Detail vor:   

1. E-commerce 

2. Internet der Dinge 

3. Smart Cities

4. Soziale Medien

 

Die großen technologischen Entwicklungen, haben enormes Potential das Leben von Milliarden Menschen positiv zu beeinflussen. und riesigen Mehrwert zu schaffen. Sie bringen Produktivitätssteigerungen, verbesserte Qualität in öffentlichen Diensten, Gesundheitsvorsorge, Ausbildung, Freizeit und Unterhaltung sowie einer Vielzahl anderer öffentlicher und privater Lebensbereiche – in China ebenso wie anderswo. 

 

Gleichzeitig hat die Entwicklung dieser Technologien aber auch großes disruptives Potential auf Arbeitsverhältnisse und Sozialsystem und kann eine Vielzahl ungewünschter Seiteneffekte produzieren bzw. staatlich, terroristisch oder zu kriminellem Eigenzweck missbraucht werden und so zu erhöhten Sicherheitsrisiken, Verletzungen der Privatsphäre, Einschränkung der Meinungsfreiheit, Cyberattacken usw führen. 

 

Die Vernetzung des öffentlichen und privaten Raumes in allen seinen Teilbereichen bietet Überwachungs- und Kontrollmöglichkeiten von beispiellosem Ausmaß.

 

Lesen Sie mehr dazu im ACBA Jahresbericht 2015!

 

Der Bericht ist gratis zum Download verfügbar. 

Autorin: 

Mag. Veronika Ettinger

ACBA Generalsekretärin

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